Vereinsgründung

PNIP Literaturförderung e.V.



Die Idee

Worum geht es? Ich möchte seit längerer Zeit einen Verein gründen. Genauer gesagt einen rechtsfähigen gemeinnützigen Idealverein zur Literaturförderung. Das Einzige, was ich mir bisher überlegt habe, sind Vereinsname und -ziele. Da ich allein nicht viel in dieser Hinsicht ausrichten kann, suche ich nun nach Gründungsmitgliedern, die es sich zutrauen, mit mir gemeinsam einen Verein in Dortmund aufzubauen.



Wofür steht „PNIP“?

„PNIP“ steht für „Passt nicht ins Programm“. Hierbei handelt es sich um einen Begriff, der sich in der Verlagsbranche etabliert hat. Er bezeichnet Manuskripte, die nicht ins Verlagsprogramm passen, sei es aus thematischen, stilistischen oder wirtschaftlichen Gründen.

Verlage drücken der Mehrzahl von Manuskripten einfach den Stempel „P.N.I.P.“ auf. Natürlich werden die Verlage aufgrund ihres begrenzten Budgets dazu gezwungen, einen Großteil der massig eingesandten Manuskripte zu selektieren, doch es wird oftmals nach den falschen Kriterien aussortiert: Quantität und Absatzchancen stehen vor Qualität, und so landen mitunter besondere oder andersartige Geschichten ungeachtet im Papierkorb. Und nicht nur diesen Manuskripten wird dieser Stempel aufgedrückt, sondern auch den Personen selbst, die sich professionell mit Literatur beschäftigen möchten – sei es bewusst oder unbewusst.



Hintergrund

Literatur ist schön und gut, solange du dich in deiner Freizeit damit beschäftigst. Sie ist nur Hobby, bleibt besser Privatsache. Kulturelle Arbeit dürfe per se nicht mit Geld in Verbindung gebracht werden, denn nach dem „l’art pour l’art“-Prinzip (= Kunst der Kunst Willen) wäre sie somit manipulierbar. Literatur ist und bleibt eine brotlose Kunst. Diese Auffassung ist weithin verbreitet. Versuchst du aber entgegen dieser Auffassung, beruflich in die Literaturbranche einzusteigen und deinen Lebensweg darauf auszurichten, wirst du schlichtweg für lebensmüde gehalten. Literatur passt einfach nicht in den Lebenslauf. Schon in der Schule entstehen diesbezüglich Vorurteile. Du sollst lieber „etwas Vernünftiges mit Perspektive“ machen: BWL, Jura, Medizin, …

Im Studium werden die Vorurteile sogar noch bekräftigt. Hast du dich fest dazu entschlossen, ein geisteswissenschaftliches Studium zu beginnen, steht der Literaturprofessor vor dir und sagt: „Noch haben Sie Zeit, sich umzuschreiben.“  Oder nach einer Ausbildung zum Buchhändler / zur Buchhändlerin siehst du dich dazu gezwungen, eine weitere Ausbildung zu absolvieren, weil eine nicht ausreicht, um eine Stelle zu finden.

Hast du das Studium oder die Ausbildung trotz aller Warnsignale hinter dich gebracht, fangen die Probleme erst richtig an, denn nun musst du nach einem Job suchen, den es gar nicht gibt.

Falls du nach einer Reihe unbezahlter Praktika, Phasen freier Mitarbeit etc. doch eines Tages eine Stelle findest, musst du dir die Frage stellen: „Kann ich von dem Gehalt überhaupt leben?“ Jobs in der Literaturbranche sind bekanntermaßen i.d.R. deutlich unterbezahlt. Oft wirst du nur mit dem Mindestlohn vergütet, obwohl du eine abgeschlossene Ausbildung oder einen Studienabschluss hast. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Altersvorsorge und andere Sonderzahlungen kennst du nur aus Erzählungen anderer. Die Begründung, die meist vorgeschoben wird: Du darfst ja schließlich deine Leidenschaft leben. Da musst du schon mal Abstriche bei der Bezahlung machen. Sag das mal einem Mitarbeiter im Finanzwesen!

Dann versuchst du es vielleicht (nebenbei) mit Schreiben. Jahrelang sitzt du an einem Manuskript. Du schickst es – noch voller Hoffnung – an sämtliche Verlage … und vermutlich wird niemand antworten. Als nächstes versuchst du es mit Selfpublishing. Doch auch hier stellst du schnell fest: Du wirst allein gelassen und hast am Ende für das Buch wesentlich mehr ausgegeben als eingenommen, weil du nur 10 % vom Umsatz erhältst und du dich selbst um die Vermarktung kümmern musst.

Die Buchbranche hat in der Gesellschaft einen merklich geringeren Wert als andere Bereiche. Zwar könnte man dies mit geringeren Umsätzen begründen, denn die finanziellen Mittel sind nun mal nicht vorhanden, insbesondere bei kleinen Betrieben, doch warum sind denn die Umsätze überhaupt so gering? Unter anderem aufgrund von mangelnder Wertschätzung. Insbesondere wenn die Literaturbetriebe ständig selbst von ihrem eigenen Untergang sprechen, wird die Literatur erst recht keine Perspektive haben.

Und irgendwann fängst du selbst an, das zu glauben, was andere dir seit Jahren einreden. Du beginnst, dich schlecht, hilflos und schuldig zu fühlen wegen der eigenen Entscheidungen, die du in deinem Leben getroffen hast. Doch für die Beschäftigung mit Literatur sollte sich niemand rechtfertigen oder schämen müssen! Auch kulturelle Arbeit ist essentiell für die Gesellschaft. Dem Berufsfeld Literatur sollte die gleiche Wertschätzung zukommen wie anderen Bereichen, nicht nur in ideeller Hinsicht, sondern auch in finanzieller. Wenn man es schafft, einen gesellschaftlichen Wandel zu bewirken, werden auch die Umsätze steigen!

Daher braucht es eine Anlaufstelle, die an allen Punkten – Schule, Studium, Autorschaft, Alltag – dort ansetzt, wo die Betroffenen selbst nicht weiterwissen, und die ihnen unterstützend zur Seite steht. Der Verein soll es sich zur Aufgabe machen, ihnen dabei zu helfen, sich von dem lästigen Stempel „P.N.I.P.“ zu befreien.



Mögliche Ziele

  • Etablierung einer positiveren Denkweise über Literatur; Abbau von Vorurteilen (in der Gesellschaft allgemein und bei Arbeitgebern) durch gezielte Marketingmaßnahmen
  • Motivierung der Betroffenen zum Weitermachen
  • Unterstützung von Schülern, die an Literatur interessiert sind; Durchführung von Projekten an Schulen, um Schüler in ihrem Wunsch zu unterstützen, einen Beruf der Literaturbranche zu erlernen; Verteilen von Flyern und Aushängen von Plakaten
  • Einsatz für eine bessere Vorbereitung auf den Arbeitseinstieg während des Studiums und für praxisnähere Kurse
  • Projekt „Literatur lebt“ (o.Ä.): Förderung der Literatur im Alltag, z.B. durch Lesungen, Workshops, Bücherclubs; Literatur soll greifbarer werden
  • Schaffung einer Austauschplattform sämtlicher Literaturbereiche der Region (Verlage, Autoren, Buchhandlungen, Leser, andere Institutionen wie Bibliotheken, Literaturbüros etc.)
  • Ermöglichung einer leichteren, schnelleren Publikation von Büchern durch Einbindung von Verlagen
  • Unterstützung (evtl. auch finanziell) von Selfpublishern vor, während und nach der Veröffentlichung
  • Präsentation der Autoren und deren Projekte auf Social Media
  • Hilfestellung bei der Jobsuche durch Veranstaltung von „Meetups“, bei denen Vertreter der unterschiedlichen Bereiche zusammenkommen und sich Jobsuchende mit ihnen austauschen können
  • Bereitstellung von Informationen über aktuelle Stellenangebote
  • Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, den Literaturbüros und dem Literaturhaus Dortmund
  • (evtl. finanzielle) Unterstützung literarischer Projekte, z.B. durch Vergabe eines Stipendiums
  • Veranstaltung von Schreibwettbewerben



Suche nach Gründungsmitgliedern

Was suche ich?

Ich suche nach Gründungsmitgliedern, die den Verein aktiv mitgestalten möchten und die zusammen mit mir aus einer Idee Realität werden lassen, um die (Arbeits-)Bedingungen in der Literaturbranche zumindest ein bisschen angenehmer zu machen.

Für wen könnte der Verein etwas sein?

Auf jeden Fall für alle, die eine Leidenschaft für Literatur und Lesen haben. Die eventuell selbst in der Buchbranche tätig sind. Die aufgrund von persönlicher Erfahrung wissen, wie die Arbeitsverhältnisse sind. Die Autoren, Selfpublisher, Geisteswissenschaftler sind. Außerdem wäre es super, wenn sich zusätzlich jemand meldet, der bereits Erfahrung in der Vereinsarbeit hat und /oder jemand, der sich mit Buchführung auskennt.

Darüber hinaus suche ich eine Person, die als Vorstandsmitglied gleichberechtigt mit mir den Verein vertritt.



Was dich am Anfang erwartet

  • Besprechung über die Realisierung der Vereinsziele
  • Erstellung eines Finanzierungskonzepts (z.B. durch Mitgliedsbeiträge, Sponsoring, Crowdfunding etc.)
  • Festlegung der Positionen
  • Ausarbeitung einer Satzung
  • Teilnahme an einer Gründungsversammlung
  • Eintragung des Vereins ins Vereinsregister
  • Erstellung einer eigenen Vereins-Website